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Einkaufen im Internet - Musik aus dem Internet

Musik aus dem Internet – ein bezahlbares Vergnügen

Nicht erst, seitdem große Festplatten und Internetzugänge mit hohen Bandbreiten bezahlbar sind, ist auch das Internet ein beliebtes Feld für Musikfreunde geworden. Allerdings zunächst auf eine Weise, die die Musikindustrie auf den Plan rief: Tauschbörsen drohten dem Geschäft mit der Musik schlicht den Garaus zu machen.

Die Versuchung, nach der Lieblingsmusik online in der Tauschbörse anstatt im Laden um die Ecke zu suchen, ist groß - doch wer das Urheberrecht dritter verletzt macht sich einer illegalen Handlung schuldig. Immer wieder beherrschte das Thema in den letzten Jahren denn auch die Schlagzeilen: Geradezu massenhaft hat die Musikindustrie Strafanzeige gestellt. So wollten die Juristen an die Daten der Tauschbörsen-Nutzer kommen, um dann gegen jeden einzelnen vorgehen zu können. Doch auch die Betreiber von Tauschbörsen schützen sich gegen juristische Attacken. Dass dieser Weg, so berechtigt die Interessen von Musikindustrie und Künstlern im Prinzip sind, eine Sackgasse ist, hat sich inzwischen herausgestellt: Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten – was freilich nicht bedeutet, dass alle Inhalte im Netz frei verfügbar sein müssen.

Klugerweise schickten sich die Plattenbosse bald an, selbst Online-Vermarktungsformen zu finden. Eine der bekanntesten ist iTunes von Apple, – dort kann man nicht nur Musik, sondern auch Podcasts, Filme und vieles andere downloaden. Inzwischen haben auch andere nachgezogen – zahllose Musiker haben selbst eigene Internetseiten (die ersten sind sogar schon unabhängig von einem Plattenvertrag berühmt geworden), Handyhersteller sind unter die Musikverbreiter gegangen und praktisch jeder Serviceprovider betreibt sein eigenes Musikportal.

Doch es gibt Einschränkungen – noch. Um durch den eigenen Musikvertrieb nicht wiederum dem grenzenlosen Weiterverbreiten von Musik auf die Sprünge zu helfen, haben Vermarkter technische Beschränkungen – digital rights management genannt – in viele Songs eingebaut. Und die Vermarkter erkennen erst ganz langsam, dass sie nur dann für die Kunden interessant sind, wenn sie auf diese Beschränkung verzichten. So wird es möglich, die Lieblingsmusik auf er heimischen Festplatte und dem mp3-Player zu speichern, ohne Rechte zu verletzen. Handeln darf man damit freilich nach wie vor nicht.

Die online verfügbare Musik begnügt sich übrigens durchaus nicht auf aktuelle Hits. Eine zufällige Stichprobe ergab, dass durchaus auch klassische Töne – etwa das schöne Dumky-Trio von Anton Dvorak – zu haben sind. Einzelne Provider haben technische Beschränkungen, die eigentlich nicht sein müssten: yahoo-music und der Nokia-Musikstore etwa unterstützen den beliebten Firefox-Browser nicht. Und GMX, ebenfalls mit einem Musikportal vertreten, verlangt das Windows-Mediaplayer-Plugin. Apropos Programme: Welche der vielen Player, mit denen man heute meist auch CDs brennen kann, für den heimischen Rechner geeignet ist, hängt stark von der jeweiligen Konfiguration ab. Aber reizvoll ist es schon, dass man die eigene Musiksammlung mit diesen Programmen nicht nur verwalten, sondern auch frei zwischen Musik-, Radiohören und Videogenuss hin- und herschalten kann.

Was kostet Musik online? Um beim Beispiel Dumky-Trio zu bleiben: Eine CD mit Dvoraks Cellokonzert und dem Dumky-Trio ist bei Amazon für 11,99 Euro (Versandkosten nicht mit gerechnet, alle Preise ohne Gewähr) zu haben. Musicload.de verlangt für alle Klaviertrios 12,95 Euro, GMX für das Dumky-Trio 8,49 Euro. Doch Achtung: Als Nutzer sollte man sich genau anschauen, welche Rechte mit dem jeweiligen Titel verbunden sind.

Und noch ein Hinweis ist sehr wichtig. Entscheidend für die Qualität einer digital aufgezeichneten Musik ist die so genannten Bitrate, mit der sie wiedergegeben wird. Zwar ist, je geringer die Bitrate ist, die Datei um so kleiner (und besser transportabel durch die digitale Welt), aber das sehr geübte Ohr könnte etwas vermissen. Vereinfacht gesagt: Seit der Erfindung des mp3-Formats wird aus digitalen Files gezielt etwas „herausgezogen“ (und durch das menschliche Gehirn wieder „dazugetan“). Musikpuristen sehen hier Grenzen digitaler Technik und meinen, Unterschiede zwischen Files mit unterschiedlicher Bitrate zu hören.

Trotzdem: Die digitale Vermarktung von Musik hat auf jeden Fall Zukunft. Zwar werden mit CDs immer noch viele Geschäfte gemacht, aber es spricht eine Menge dafür, dass das anhaltende Interesse an Musik durchaus mit der technischen Entwicklung der letzten Jahre zu tun hat.

(fti)

 


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