VoIP Internettelefonie - VoIP für Einsteiger
Wer nur etwas vom Telefonieren über Internet (VoIP) gehört und noch keine Erfahrung damit hat, muss als Einsteiger vor dieser innovativen Technologie keine Angst haben – auch wenn sie zunächst völlig unabhängig von der klassischen Festnetz- und Mobiltelefonie existiert. Im Folgenden erläutern wir kurz, was Sie zum VoIP-Einstieg alles benötigen und worauf Sie achten sollten.
Zu den notwendigen Komponenten zählen ein Breitbandinternetzugang wie DSL, ein Internet-Tarif, ein Telefon als VoIP-Endgerät oder ein Adapter für herkömmliche Telefone.
Telefonanschluss
Einsteigern sei geraten, den Telefonanschluss beizubehalten, gerade weil bei ihnen anfänglich nicht alle Telefonate übers Internet laufen. Gegebenenfalls kann ein teurer ISDN-Anschluss in einen günstigeren Analoganschluss umgewandelt werden, denn nicht immer können mit VoIP Sonder- oder Notrufnummern angewählt werden. Fällt einmal der Internetzugang oder VoIP-Provider aus, so kann man immer noch über den Festnetzanschluss seine Telefonate erledigen.
Internetanschluss
Ein Breitbandinternetanschluss wie DSL ist Voraussetzung für die Internet-Telefonie. Sie benötigen entweder DSL mit einer Übertragungsrate von 0,4 bis 16 Mbit/s Downstream und ab 64 kbit/s Upstream oder Kabel-Internet mit Bandbreiten von bis zu 20 Mbit/s Downstream und ab 100 kbit/s Upstream. Aber auch ein regionaler Anbieter eines Breitbandschlusses reicht aus.
Für die Anzahl paralleler Gespräche ist die Upstream-Rate wichtig, aber auch VoIP-Provider und VoIP-Endgeräte sind dafür maßgeblich. Als Orientierung für eine ausreichende Bandbreite sollte der Breitbandanschluss 1 Mbit/s im Downstream und 64 kbit/s im Upstream leisten, damit VoIP mit Web-Browsing, Email- und Chat-Verkehr störungsfrei funktionieren. Wird das Internet nur selten genutzt und sind keine parallelen VoIP-Telefonate notwendig, so reicht beispielsweise DSL 1000 aus.
Internet-Tarife
Wird VoIP nur selten genutzt, so ist ein monatlicher Volumentarif zum Beispiel für zwei Gigabyte (2 GB) ausreichend. Ansonsten sollte man für den Internetzugang eine Flatrate wählen, da VoIP mit der Übertragung großer Datenmengen verbunden ist, die über die Flatrate günstiger abgerechnet werden.
Da Internet-Provider und VoIP-Provider unabhängig voneinander ausgewählt werden können, sind sie vielfältig miteinander kombinierbar wie zum Beispiel:
- DSL von T-Com, DSL-Flatrate von Congster, VoIP über sipgate.de oder andere Provider
- Kabel-Internet und -Flatrate von Kabel BW sowie VoIP über GMX
- DSL, DSL-Flatrate und VoIP-Flatrate von 1&1 plus, Internetcalls als VoIP-Provider für Gespräche ins Ausland
Bei einigen Providern können die VoIP-Dienste nur genutzt werden, wenn dort auch der Internetzugang vertraglich vereinbart wurde. Dann gibt es DSL-Zugänge, die nicht einzeln zur Verfügung stehen, sondern an Festanschlüsse gebunden sind.
Es gibt keinen VoIP-Anbieter, der in allen Leistungspaketen ein optimales Angebot hat. Jeder Provider hat irgendein besonders vorzügliches Leistungsangebot. Einsteiger und grundsätzlich alle Nutzer von VoIP sollten sich deshalb bei einem zweiten VoIP-Anbieter registrieren lassen, wenn sie die Stärke einer anderen Tarifstruktur, wie zum Beispiel Anrufe in Mobilnetze oder ins Ausland, nutzen wollen.
VoIP-Endgeräte
Die günstigste Möglichkeit ist das Telefonieren mit Softphones, wozu "Skype" der bekannteste Anbieter ist. Dabei wird eine Software auf den Rechner geladen und los geht's mit einem Headset aus Kopfhörer und Mikrofon. Zum Telefonieren muss der Computer aber immer eingeschaltet sein. Oder man verwendet sein analoges bzw. ISDN-Telefon weiter, das mit einem VoIP-Adapter ausgestattet und an einen Router, ein so genannter Lotse oder Verteilungsrechner, angeschlossen wird. Ansonsten gibt es IP-Telefone die direkt über VoIP telefonieren.

