VoIP Internettelefonie - VoIP Technik - Übertragungsverfahren
Voice over IP bezeichnet, vereinfacht ausgedrückt, die Möglichkeit, Sprache über das Internet zu übertragen. Hierzu sind bestimmte technische Verfahren, so genannte Protokolle, notwendig (spezielle Protokolle kommen z.B. auch für die Darstellung von Websites zur Anwendung). Wer sich intensiver mit den technischen Hintergründen befassen will, sei ausdrücklich auf Wikipedia und die dort verlinkten Informationen verwiesen (auf den dort enthaltenen Artikeln basiert auch diese Darstellung).
Mit zu den bekanntesten Übertragungsverfahren gehört das SIP-Protokoll. Es ist nicht auf die Internettelefonie beschränkt, sondern kann auch Multimedia, Konferenzen und sogar Computerspiele übertragen. Es ermöglicht auch, die beteiligten IP-Adressen zu identifizieren, so dass man in Zukunft E-Mail und Telefon über eine Adresse abwickeln kann. Das SIP-Protokoll dient nur zur Vereinbarung der Kommunikationsmodalitäten, Daten werden über das Session Description Protocol und das Realtime Transport Protocol ausgetauscht.
Fachleute sehen es als Vorteil an, dass SIP weit verbreitet ist. So sei bei Angriffen nur der jeweilige Anbieter betroffen. Außerdem könne man eine bestehende Session modifizieren. Schwierigkeiten kann es bisweilen bei der Verwendung einer Firewall geben. Nähere Informationen (in Englisch) gibt es hier: http://www.ietf.org/html.charters/sip-charter.html
Interessant ist auch das IAX-Protokoll. Es wird von der Open-Source-Telefonanlage Asterisk http://asterisk.org/ benutzt. Das Protokoll gilt als weniger kompliziert. Für den Signalisierungsprozess und die Übertragung des Audiostreams werde nur ein Port benötigt. Das vermeidet NAT- oder Firewallprobleme, wie sie bei anderen Verfahren vorkommen könnten, heißt es auf Wikipedia. Das Protokoll ermögliche sogar VOIP-Verbindungen über eine Analogverbindung. Das H.323-Protokoll basiert auf dem ISDN-Protokoll Q.931 und eignet sich nach Expertenmeinung deshalb besonders gut für eine Verbindung zwischen IP und ISDN bzw. IP und QSIG (einem ebenfalls auf ISDN basierenden Protokoll, näheres hier http://de.wikipedia.org/wiki/QSIG). Dadurch werde eine „sanfte Migration“ in Richtung IP-basierter Anlagen planbar. H.323 baut auf zahlreichen, weiteren Protokollen auf. Wer sich näher informieren will: http://www.elektronik-kompendium.de/sites/net/0905101.htm
Nicht unerwähnt soll das Skype-Protokoll bleiben. Der Instant-Messaging- und Telefonieclient nutzt ein proprietäres Peer-to-Peer-Protokoll, das als besonders sicher gilt. Laut Wikipedia erschien die erste Version des Programms am 29. August 2003. Gespräche sind auch über die Grenzen des Netzes hinweg möglich – der Instant Messenger lässt sich nur begrenzt in andere Lösungen (etwa Trillian) einbinden (er muss im Hintergrund immer mitlaufen). Im Schnitt, heißt es bei Wikipedia, werden mehr als 20.000 Gespräche gleichzeitig über Skype abgewickelt.
(fti)

